Wald im Kopf

Der Boden ist aus dicken Brettern lackiert und gebohnert. Die Wände sind teilweise weiß. Diese schreckliche Raufasertapete. Ich weiß nicht wer sich das mal ausgedacht hat. Aber diese Raufaser beleidigt meine Gedanken. Die Möbel stehen alle an ihren Platz. Das Fenster ist geschlossen. Es ist Winter und kalt. Aber mir fröstelte trotzdem und ich wusste nicht warum.

Das Bad war unser reinlichster Ort. Sobald die erste Staubfluse gesichtet wurde, schwärmten Schwämme und ätzende Reinigungsmittel aus um uns zu beschützen. An den glatten Oberflächen glitten meine Gedanken zu Boden und blieben in den Fugen ungesehen liegen.

Dann kam Hannah. Wir schlossen die Türen und liefen durch Wälder. Wir lachten und summten. Auf dem Rückweg brachten wir etwas mit. Den Wald in den Köpfen. Nun wachsen zarte Zweige aus den Wänden. Das Fenster ist immer geöffnet. Manchmal rieseln perlmuttene Schuppen aus großen Pottwalen, die durch das Fenster ins offene Meer schwimmen.

Hannah

Hannah

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