Erinnerungen

Das Haus meiner Großeltern an einem Sonntagmorgen: Die kühle Brise, die durch das geöffente Küchenfenster dringt. Sie hat das Fenster nur kurz geöffnet damit der Dampf der brodelnden Töpfe auf dem alten Herd entweichen kann. Ich laufe zum Fenster und schaue hinaus auf die grüne Wiese, auf der manchmal Schafe grasen, heute jedoch nicht. Der Himmel ist hellblau und mit weißen Striemen durchzogen. Irgendwo hinter der Wiese ist der alte Bachlauf, auf dem meine Mutter Schlittschuhlaufen gelernt hat. Und gleich hinter dem Bachlauf fing die seltsame Welt für mich an. Ein alter wilder Garten mit einem kleinen Haus und dahinter ein herrschaftliches Haus in dem Theresa mit iher Mutter lebte. Ich konnte es kaum erwarten raus zu gehen!

Ich muss den größten Teil meiner Kindheit draußen verbracht haben. Mit Bäumen geredet, Elfen, Hexen und Kobolde erdacht die flüsternd hinter den Sträuchern saßen. Theresa besucht, die einzige Freundin die ich dort hatte, am Tisch mit ihr und ihrer Mutter vor dem Abendessen gebetet und dabei aufgeschaut ob irgendwas wunderliches auf dem Tisch passiert, während die anderen ihren Blick gesenkt und die Hände gefaltet hielten – es ist nichts passiert!

Und doch, diese Zeit hat sich in mir so sehr festgesetzt. Manchmal, wenn ich im Winter das Fenster öffne, dann stehe ich wieder dort und schaue hinaus.

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