Gedanken nach dem ersten Kaffee

Die Fotografie hat ein Problem. wo es eigentlich kein Problem geben dürfte. Die Diskussionen über analog/digital sind doch oft ermüdend und bringen niemanden weiter. Man gibt seine Meinung über den Unmut über dies oder jenes preis, egal nun von welcher Seite es kommt. Und da wären wir auch schon, die zwei Seiten/Lager/Grüppchen etc.

Aber für welches Medium sich jemand entscheidet, ist an oberster Stelle zweitrangig, wenn sein Herzblut, seine Leidenschaft und Hingabe darin zu finden sind.
Knipser gibt es doch immer. Ob sie nun mit Digitalkameras herumlaufen oder den ollen analog Dingern. Die Bilder, die sie produzieren sind vergleichbar mit Schundromanen. Ein hoher Romancier weiß auch darum und lernt sich in Zurückhaltung weil er weiß, dass diese Art des Schreibens nicht mit seiner Leidenschaft zu verbinden ist aber ebenfalls eine Daseinsberechtigung hat. Und genauso verhält es sich doch auch in der Fotografie. Nicht das Medium ist für die Qualität eines Bildes aussagend, sondern der Mensch dahinter mit seiner Gedankenwelt.

In einer meiner letzten Artikel für KWERFELDEIN habe ich über meine Leidenschaft zur Analog-Fotografie geschrieben. Dieser Artikel hatte wieder mal eine Diskussion in Gang gebracht, mit der ich natürlich gerechnet hatte. Aber ich bemerkte, dass ich in meinem Artikel hätte einiges feiner umschiffen müssen um die Vorwürfe, digitale Fotografie kann nix, welches man aus meinen Worten herauslesen wollte, nicht entstehen zu lassen.
In erster Linie ging es mir nämlich um das Handwerk an sich, das mich gepackt hatte. So wie es einen Möbelbauer packt, wenn er seinen ersten Schrank in Handarbeit fertig gestellt hat und seine Hände die Schwielen vom schleifen, formen und hämmern zeigen.

Man suche sich also den Werkstoff, der am besten zu einem passt und lässt die Diskussionen über Gut und Böse, Hobbit und Sauron an sich vorbeifließen und macht sein Ding.

Ich geh mal Negative sichten und einen zweiten Kaffee brauche ich jetzt auch.

Advertisements