noch immer mit dem Kopf in Norwegen

Für einen Stadtmenschen, wie ich es mittlerweile geworden bin, ist es immer wichtiger ab und an auch wieder in die Natur zu kriechen. Manchmal nimmt es schon groteske Züge an, nämlich dann, wenn man sich in die S-Bahn setzt und und mit ihr die Stadt verlässt. Hat man dann nämlich den schwach beleuchteten Untergrund verlassen und fährt plötzlich an Einfamilienhäusern vorbei sowie Feldern, Wiesen und Wälder, dann fühlt man sich plötzlich schutzlos. Die große Stadt liegt hinter einem. Die eilenen Menschen, die U-Bahnen, die überfüllten Straßen, all das hat einen beschützt. Grotesk dieses Gefühl, oder? Und dann steht man da draußen im für sich selbst fühlenden Nichts. Zurückgeworfen auf sich selbst, glaubt man, nicht ohne Schutz atmen zu können. Doch geht man dann ein paar Schritte über den Acker und in den Wald verfliegt das Gefühl zum Glück schnell wieder. Zurück kommt etwas anderes, etwas das in mir gewartet hat auszubrechen, hervorzukommen und zu atmen.

Die Dias aus Oslo sind nun da. Diese Fotos anzuschauen hat diese Gedanken noch einmal hervor geholt. Diese nicht zu bändigende Natur, die wir zu bändigen versuchen. Aber in den Ritzen der Rinde, dieser großen und sich über den Boden windenden Bäume, da ruht es und wartet auf uns, bis wir endlich wieder zurück kommen.

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