gedankenversunken

Viel zu selten benutzt man die Kamera noch für Alltagssituationen. Entweder hat man sie nicht dabei oder man traut sich nicht. Verschiedene paranoide Reaktionen von Passanten, Flohmarktgängern, Hausbewohnern hatten mir das Gefühl des Alltag-festhalten-wollen gründlich vermiest. In Hamburg geschah es als ich meine Kamera gerade auf einen hübsch grünen Hauseinang mit blauen Geländer und Löwenzahn  hielt. Da hieß es ein paar Etagen über mir: “ Was machen Sie da??“

Auf einem Berliner Flohmarkt hieß es dagegen: „Meine Waren fotografieren sie aber nicht!“ Und schwupps warf sich der etwas dickliche Herr mit seiner ganzen Mannespracht über seine kleinen Habseeligkeiten so, als wäre ich ein Agent der kapitalistischen Flohmarktgegenbewegung. Dabei wollte ich lediglich den Film zurückspulen was jener Herr wohl als anschauen einer „Display-Anzeige“ interpretierte welche jene meine Kamera überhaupt nicht besitzt.

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